Alles hat ein Ende, unser Trip hat ein besonders schönes – Tag 24 & 25


Alles hat ein Ende - auch die Neuseeland Reise! - Tag 24 & 25
- von Tina

PurePod Mobil

Auf zur (fast) letzten Fahrt

Nach einer langen und entspannenden letzten Nacht in unserem Campervan haben wir uns ein schönes Frühstück für den Weg vorbereitet und sind zur letzten großen Fahrt aufgebrochen. Und groß war sie in der Tat, denn von Dunedin zu unserem letzten Schlafplatz in der Nähe von Christchurch lagen über 5 Stunden Fahrt vor uns. Aber das machte uns überhaupt nichts aus, denn wir waren bereits ein wenig sentimental. Unser Neuseeland Roadtrip sollte schließlich morgen zu Ende gehen.

Wir konnten irgendwie gar nicht richtig glauben, dass fast ein Monat auf den Straßen Neuseelands schon vorbei waren. Tausende Kilometer haben wir schon zurückgelegt. So viele unterschiedliche Landschaften gesehen. So viele nette Leute getroffen. Wir müssen beide sagen, selten läuft ein Urlaub echt so rund und perfekt. Unser einziger Kritikpunkt war, dass wir viel zu wenig Zeit hatten, das alles so richtig zu genießen.

Moeraki Boulders - die unspektakulärste Sehenswürdigkeit Neuseelands

Moeraki Boulders

Nach einer Stunde Fahrt sahen wir Schilder, die uns zu den Moeraki Boulders lotsten. Im Hinterkopf hatten wir schöne Bilder aus Reiseführern, die beeindruckende perfekt runde Felskugeln an einem tollen Strand zeigten. Dort angekommen waren wir leider schon auf dem Parkplatz etwas ernüchtert - die vielen Reisebusse mit chinesischen Schildern drin sollten nichts Gutes verheißen.

Tatsächlich war der Strand voll mit asiatischen Touristen, die natürlich allerhand lustige Fotos auf den doch eher kleinen runden Steinkugeln machen mussten. Das war vielleicht ein Gewusel - ein ziemlicher Schock, wenn man schon tagelang an typisch neuseeländische Einsamkeit gewöhnt war. Aber auf der anderen Seite wurde uns bewusst, wieviel Glück wir vorher mit den Plätzen unserer Wahl hatten, die gar nicht überlaufen waren. 

Wir sind jedenfalls auch auf einigen Fotos gelandet, denn dass wir völlig unbeeindruckt am Strand Platz genommen und unser vorbereitetes Müsli gegessen haben, fanden die Chinesen höchst kurios.

Strand von Moeraki Boulders

Steampunk Headquarters in Oamaru

Martin im Steampunk HQ

Etwas ernüchtert sind wir also wieder aufgebrochen von dieser Nicht-Sehenswürdigkeit. Nur um nur 30 Minuten später wieder Halt zu machen. Dieses Mal war das Steampunk HQ in Oamaru unser Ziel. Nach der Demolition World und der Lost Gypsy Gallery war uns sofort klar, dass wir uns gern einen weiteren dieser bizarren Orte ansehen wollten, als wir auf ein Schild davon aufmerksam wurden.

Für alle, die mit Steampunk nichts anfangen können. Steampunk ist ein Kunstgenre, bei dem futuristische Technologien und Maschinen mit Materialien und Mitteln des Viktorianismus verbunden werden. Raus kommt dabei eine Art Science Fiction Szenerie im Retro Look. Das kann von Maschinen, Fahrzeugen und Instrumenten bis hin zu Kostümen und Statuen gehen.

Und davon hatte das Steampunk HQ in Oamaru so einige. Es gab eine ziemlich verrückte Orgel, allerhand witzige Statuen und Fahrzeuge und, das absolute Highlight, einen Fahrstuhl mit Sound- und Lichteffekten, in dem man sich gefühlt hat wie auf einem Drogentrip. Insgesamt fanden wir den Eintritt mit 10 $ etwas teuer für zwei kleine Räume, weil man einfach gar nicht so viel Zeit dort verbringt. Aber man sieht schon wieviel Herzblut und Liebe in die Zusammenstellung des Museums geflossen ist und deshalb lässt sich das schon gut verschmerzen.

Steampunk HQ
Steampunk HQ
Steampunk HQ

Schlafplatzsuche der besonderen Art

Danach aber machten wir uns endlich auf zur letzten Etappe. Dieses Mal zogen wir wirklich durch mit der Fahrt, denn wir waren uns nicht sicher, wie kompliziert sich die Suche nach unserem nächsten Schlafplatz gestalten sollte. Alles, was wir davon hatten, waren nämlich GPS-Koordinaten und eine recht abenteuerlich klingende Wegbeschreibung. 

Und tatsächlich hatten wir ziemlich Probleme, das Gatter zu einer bestimmten Schafweide zu finden, auf der wir unseren Camper Van abstellen sollten. Als wir sie schließlich gefunden haben, haben wir alle Sachen zusammengesucht, von denen wir dachten, dass wir sie brauchen könnten. Vor uns lag ein strammer bergauf Marsch von ca. 20 MInuten, da möchte man nicht wirklich nichts vergessen und später noch mal losmüssen. (Ich habe natürlich trotzdem etwas vergessen und zwar essentiell wichtiges Fotografie-Equipment, den Marsch habe ich daher also trotzdem zweimal gemacht…).

Über Stock und Stein ging es dann steil bergauf und so nach ca. 20 Minuten haben wir uns langsam gefragt, ob wir vielleicht falsch abgebogen sind, denn das Ziel kam und kam einfach nicht in Sicht. Doch dann endlich, hinter zahlreichen kleinen Hügelkuppen und abgeschieden von der Außenwelt lag er: Unser Pure Pod - ein wunderschönes kleines Glashaus mit einem noch wunderschöneren Ausblick.

Unser fantastischer PurePod

Pōhue PurePod

Pure Pods, von denen es insgesamt vier auf Neuseelands Südinsel gibt, sind umweltfreundliche Glashäuser. Vom Boden über die Wände bis zur Decke sind sie komplett aus Glas. Sie sind an so abgeschiedenen Locations, dass man sich aber überhaupt keine Sorgen machen muss, dass irgendjemand reinschauen könnte. Unser PurePod lag z.B. hoch auf einem Berg, der über eine Bucht schaute. Der nächste Ort war zwar auf unserer Sichtachse, aber insgesamt lagen zwischen uns und dem Dorf mind. 8 Kilometer, sodass wir echt keine Sorgen hatten, unser Glashaus unbeschwert zu genießen.

Das tolle an den PurePods ist, dass sie absolut umweltfreundlich sind. Sie sind nicht an Strom und Wasser angeschlossen, sondern generieren ihre eigene Elektrizität durch Solarstrom und nutzen Grundwasser für die Wasserversorgung. Das Abwasser wird durch ein kompliziertes biologisches Verfahren mit Würmern und Bakterien wieder so aufbereitet, dass es bedenkenlos dem Boden wieder zugeführt werden kann. 

Man hat eine tolle Terrasse mit BBQ Grill und Liegestühlen. Falls es dort zu kalt wird, kann man sich einfach ins Bett zurückziehen und hat dort genau die gleiche tolle Aussicht dank der Glaswände. Der Kühlschrank war für unsere Ankunft mit allerhand Leckereien gefüllt, die wir bei einem absolut malerischen Sonnenuntergang zusammen mit einer Flasche Wein genossen. Es war einfach traumhaft.

Pōhue PurePod
Aperitivo im Pōhue PurePod
Sonnenuntergang im Pōhue PurePod
Nachts im Pōhue PurePod
Aufwachen im Pōhue PurePod

Der schönste Sternenhimmel Neuseelands

Danach haben wir ein bisschen diskutiert, ob wir uns für mitten in der Nacht den Wecker stellen sollten oder nicht. Denn durch die Abgeschiedenheit des Ortes gab es keinerlei Lichtverschmutzung und wir erwarteten einen tollen Sternenhimmel durch unser Glasdach. Letztlich war es also keine schwere Entscheidung, den Wecker auf 2.30 Uhr morgens zu stellen. Und wir sollten absolut nicht enttäuscht werden! Einen so spektakulären wunderschönen und hell erleuchteten Sternenhimmel habe ich das letzte Mal in der Sahara vor zehn Jahren gesehen und dabei lag ich absolut nicht so bequem. Es war einfach unbeschreiblich wie toll wir die Milchstraße und all die Sterne sehen konnten! Ein absolutes Highlight und ein krönender Abschluss.

Abschied von der Südinsel

Wir fuhren eineinhalb Stunden zurück nach Christchurch, wo wir den Camper Van abgeben sollten. Vorher haben wir aber erst einmal in aller Ruhe noch etwas geshoppt, denn in Christchurch entdeckten wir einen Outlet Store für Sportklamotten, der gute Angebote hatte. Die Ruhe, die wir uns dabei genommen hatten, sollten wir aber später etwas bereuen, denn irgendwie hatten wir völlig aus den Augen verloren, dass wir noch unsere Sachen packen und den Camper Van vor der Rückgabe etwas aufräumen mussten.

Das taten wir dann in völliger kopfloser Eile und kamen dann auch just 20 Minuten zu spät zur vereinbarten Übergabe. Der Freund von Kurt, der auf der Südinsel für ihn die Camper Vans abnimmt, hat das zum Glück absolut gelassen gesehen und uns trotzdem noch netterweise zum Airport gefahren - Kiwis, selbst die zugezogenen, sind einfach die besten! 

Bei Air New Zealand eingecheckt gönnten wir uns dann im Pub noch letztes Abschiedsbier auf die so gelungene Reise und dann nahte auch schon der erste kleine Abschied von Neuseeland. Der Abflug von der Südinsel hätte schöner nicht sein können, denn wir starteten in einen tollen Sonnenuntergang. Im Flugzeug waren wir uns sofort einig: Wir müssen wiederkommen, denn wir haben so viel verpasst, was wir sehen wollten. Aber dafür haben wir so viele unerwartete andere Eindrücke gewinnen können.

Ein letztes schönes Frühstück und dann ab nach Hause

Zurück in Auckland checkten wir in unser nettes Holiday Inn Express Airport Hotel ein, das nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt lag und schliefen ziemlich schnell ein, da uns der ganze Trip nun doch tatsächlich am letzten Tag in die Knochen fuhr (vielleicht war es aber auch die absolut gestresste panische Pack-, Tank- und Abgabeaktion am Nachmittag in Christchurch).

Wir haben uns gefreut, dass mein Bruder Alex am nächsten Tag noch einmal zu uns dazu stieß und wir zusammen ein letztes Mal in Neuseeland frühstücken konnten. Er begleitete uns noch zum  Airport, wo wir ihn schließlich verabschiedeten. Nicht, ohne ein bisschen neidisch zu sein, dass er noch so viel Zeit in Neuseeland vor sich hatte und wir abreisen mussten. Aber noch als Martin mich zu meinem Boarding-Gate brachte, denn sein Flug ging etwas später, schworen wir uns: Wir kommen wieder nach Neuseeland und das nächste Mal mit mehr Zeit!

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Tina

Reisefan, Möchtegern-Travelhacker und seit neun Jahren Expat in verschiedenen asiatischen Ländern. Ein dauerhaftes Leben in Deutschland kann ich mir momentan gar nicht mehr vorstellen, aber es wäre gelogen, zu sagen, dass mir Döner und Currywurst nicht fehlen. Der große Schritt, die Festanstellung hinter mir zu lassen und mich vollends ins digitale Nomadentum zu stürzen, steht mir noch bevor, daher freue ich mich, gemeinsam mit unseren Lesern neue Möglichkeiten zu entdecken.

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