Ein ruhiges Silvester und Neujahr mit Maoris – Tag 07 & 08


Tag 7 & 8 - Ein ruhiges Silvester und Neujahr mit Maoris
- von Tina

Ab auf die andere Seite: Coromandels Ostküste

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Campingplatz des Colville Bay Motels ging es für uns weiter auf die Ostseite der Coromandel Halbinsel. Der Hotwater Beach mit der Cathedral Cove standen auf dem Programm. Zunächst aber hat es uns erst wieder in das kleine verschlafene Städtchen Coromandel verschlafen. Zu unserer Überraschung sirrte die Stadt fast vor Menschenmassen. Partylustige Kiwis trafen die letzten Vorbereitungen und machten die letzten Einkäufe für die Silvester-Vorbereitung. So fanden wir uns für ein paar letzte Besorgungen in einem völlig überfüllten Supermarkt wieder und verbrachten fast zwei Stunden in der Stadt.

Ausblick über Coromandel

Danach aber konnte es endlich auf die scheinbar kurze Fahrt auf die andere Seite der Halbinsel gehen. Die Coromandel Halbinsel bietet mit ihren superdichten Wäldern und steilen Bergstraßen einige atemberaubende Ausblicke. Oft laden Ausblickspunkte zu einem kurzen Stopp ein. Von dort hat man dann meist einen wunderschönen Ausblick über große Teile der Halbinsel.  Neuseelands lockerer Umgang mit Fotodrohnen erlaubt außerdem auch einige tolle Aufnahmen an genau solchen Punkten.

Genau solche Sachen sollte man aber auf der Fahrt nicht unterschätzen. Oft gehen für auf der Karte scheinbar kurze Strecken doch mehrere Stunden ins Land. Da wird da mal eben ein Foto-Stopp eingelegt, außerdem müsste man ja noch tanken und ach, was essen können wir doch auch noch. Und schwupps, hat man drei Stunden für weniger als 100 Kilometer gebraucht.

Menschenmassen an der Cathedral Cove

So sind wir auch erst wieder gegen Mittag am Besucherparkplatz der Cathedral Cove angekommen. Zwar haben wir noch einen Platz bekommen, aber da wir uns erst einmal Zeit zum Mittagessen kochen und essen nahmen, waren wir erst recht spät auf dem Weg. 

Und den haben wir dazu auch noch ordentlich unterschätzt. Guter Tipp: Prüft in Neuseeland immer zweimal, ob ein Besucherparkplatz tatsächlich der Parkplatz am nächsten zur Attraktion ist! Unser Parkplatz war nämlich noch einmal stramme 75 Minuten Fußweg (fast nur bergauf) von der Cathedral Cove entfernt. Aber das war uns vorab nicht so richtig klar, daher machten wir uns frohen Mutes auf den Weg.

Unterwegs kamen uns unzählige Menschen entgegen und irgendwann wussten wir dann einfach, dass der Strand wahrscheinlich unglaublich voll sein würde. Und Bingo, dort angekommen, gab es keinen menschenleeren Fleck zu sehen. Die Cathedral Cove ist eine am Strand liegende Kalksteinhöhle, die zwei Strandabschnitte miteinander verbindet. Die Strände sind nur zu Fuß und mit dem Boot zu erreichen und sind mit ihrem türkisblauen Wasser und den Felsen ringsherum echt hübsch. Allerdings war es so gut wie unmöglich, ein Foto der Höhle zu machen, ohne mindestens auch 20 Menschen mit zu fotografieren. Es war einfach viel zu voll, was vermutlich am Silvestertag lag.

Aussicht aus der Cathedral Cove

Unser Silvester-Campingplatz

Relativ ernüchtert haben wir uns also wieder auf den Rückweg gemacht. Eigentlich wollten wir das Wassertaxi zurück nehmen, aber das war auf Stunden ausgebucht. Es empfiehlt sich also an busy Tagen das Wassertaxi so früh wie möglich zu buchen. Das geht am Strand direkt bei den Verkäufern. Also sind wir zu Fuß zurück. Insgesamt haben wir mehr Zeit mit Hin- und Zurücklaufen verbracht als mit dem Aufenthalt am Strand. Kiwis lieben ihre eigene Umgebung und Natur, was toll ist, aber an Feiertagen und Wochenenden zu sehr vollen Plätzen führen kann. 

Heimliches Bier im Kaffeebecher

Zurück am Parkplatz wollten wir uns auf zum Campingplatz machen. Dieses Mal haben wir uns einen Stellplatz ausschließlich für Self Contained Vehicles ausgesucht und wollten Freedom Campen. Erst einmal kamen wir aber nirgendwo hin, denn das 16 Jahre alte Auto meines Bruders sprang nicht an. Da er das Licht angelassen hat, war die Batterie komplett leer. Eine schnelle Starthilfe später aber ging es dann endlich los zum Campground. Zum Glück war es noch gar nicht voll und wir fanden ein schönes ruhiges Plätzchen direkt am Wasser.

Alex wollte sein Auto noch ein bisschen fahren, das machten wir uns zunutze und holten drei Pizzen zum Abendessen. Zwischendurch hatten wir noch eine interessante Begegnung mit der Polizei, welche uns auf das Alkoholverbot an sämtlichen öffentlichen Plätzen in Neuseeland aufmerksam machte. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass dies auch im Auto galt. Da ging er also hin, der Neujahrssekt. Nein, nein, ein kleines Bierchen aus dem Kaffeebecher haben wir uns aber trotzdem gegönnt. Der Liquor Baan wird in Neuseeland seitens der Behörden sehr ernst genommen, auch wenn selbst die meisten Kiwis dem gar nichts abgewinnen können.

Ein ruhiger Start ins neue Jahr

Wir haben ganz schön mit uns gekämpft, um die ersten Minuten von 2018 tatsächlich wach zu erleben. Denn nach dem Tag waren wir alle ziemlich platt und die Ruhe des Campingplatzes hat nicht unbedingt zur aufgeregten Partystimmung beigetragen. So haben wir uns mit einem kleinen Wunderkerzen-Fotoshoot und etwas Arbeit am Laptop bis knapp nach null Uhr geschleppt und sind dann ins Bett gefallen.

Frohes neues Jahr 2018! wir hoffen, all deine reiseträume gehen in erfüllung und wünschen viel erfolg für das neue Jahr!

Frohes Neues 2018!

Ein arbeitsames Neujahr (zumindest für Martin)

Martin am Schuften

Durch den ruhigen Abend kamen wir dann auch ordentlich früh aus den Federn und runter vom Campingplatz. Erstes Tagesziel war der Hot Water Beach, der nur wenige Kilometer entfernt liegt. Der Strand ist etwas ganz Besonderes, denn unter ihm liegen heiße Quellen, die man zur Ebbe anbuddeln kann und sich somit seinen eigenen Heißwasser-Pool schaffen.

Klingt einfach, war es für mich auch. Denn die meiste Arbeit hat Martin gemacht, der wie ein Bekloppter gebuddelt hat, um dann einen Pool mit ca. 10 cm Wassertiefe zu schaffen, in den ich mich legen konnte 😉 . Es war tatsächlich ziemlich cool, direkt neben dem doch eher frischen Pazifik in einer warmen Badewanne aus Sand zu liegen. Aber ganz ehrlich, es ist schon ziemlich viel Schufterei für ein bisschen warmes Wasser. Trotzdem ein echt interessanter Ort.

Nach einem etwas überteuerten Mittagessen mit Blick auf den Strand und die buddelnden Massen ging es dann für uns auf die lange Strecke nach Rotorua. Die Fahrt sollte drei Stunden dauern und da wir abends noch einen besonderen Termin hatten, wollten wir uns genug Zeit nehmen.

Auf quietschenden Reifen zum Tamaki Maori Village

Aber wie sollte es bei uns auch anders sein - Natürlich waren wir zu spät dran. So kam es, dass wir von unserem Campingplatz, dem Waikite Valley Thermal Pools and Springs wie die Bekloppten zum ca. 20 Minuten entfernten Tamaki Maori Village rasen mussten, um unseren Maori-Kulturabend nicht zu verpassen. 

Aber alles ging gut und wir sind rechtzeitig angekommen, um die Willkommens-Haka zu erleben. Eine Haka ist ein ritueller Tanz der Maori, der zwar sehr kriegerisch wirkt, aber nicht ausschließlich zur Kampfes-Vorbereitung durchgeführt wird. Trotzdem war das Zischen, Zunge-Rausstrecken und Tanzen der bulligen Maori-Männer doch sehr ehrfuchterbietend.

Nach dem offiziellen Teil, hatten aber alle sehr schnell wieder ein Lächeln im Gesicht und unsere Gruppe wurde von verschiedenen Maoris in ihre Kultur eingeführt. So erfuhren wir allerhand Interessantes über Maori-Spiele, -tänze, die Maori-Tattookunst, Maori-Küche und auch viel über die Maori-Geschichte und -sagen. Man konnte die ganze Zeit spüren, dass die Mitarbeiter des Tamaki-Maori-Village sehr viel Spaß an ihrem Job hatten und als das Ganze dann mit einigen Liedern und Tänzen des gesamten Clans abgerundet wurde, hatten alle ein breites Lächeln im Gesicht.

Der einzige Kritikpunkt ist die Gruppengröße, in welcher man da durch das "Dorf" geschleust wird. Insgesamt drei Reisebusse sowie einige einzelne Autos sind gleichzeitig auf dem doch recht kleinen Platz gewesen. Viel Raum für Individualismus war da nicht. Das hat sich leider auch beim Essen bemerkbar gemacht, was eine ziemliche Massenabfertigung war.

Falls ihr an gelebter Maori-Kultur interessiert seid oder vielleicht mit Kindern unterwegs seid, ist das Tamaki Maori Village auf jeden Fall einen Besuch wert! Hier einige Eindrücke unseres Besuchs:

Tattoo-Kunst
Maori Männer
Maori-Küche
Maori-Kulturshow

Den ereignisreichen Tag haben wir dann mit einem Bier auf unserem Campingplatz ausklingen lassen. Leider waren die heißen Pools schon abgelassen, sodass wir diese am Abend leider nicht mehr mitn​​​​ehmen konnten. Dazu sollte sich aber zum Glück am nächsten Morgen Gelegenheit ergeben.

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Tina

Reisefan, Möchtegern-Travelhacker und seit neun Jahren Expat in verschiedenen asiatischen Ländern. Ein dauerhaftes Leben in Deutschland kann ich mir momentan gar nicht mehr vorstellen, aber es wäre gelogen, zu sagen, dass mir Döner und Currywurst nicht fehlen. Der große Schritt, die Festanstellung hinter mir zu lassen und mich vollends ins digitale Nomadentum zu stürzen, steht mir noch bevor, daher freue ich mich, gemeinsam mit unseren Lesern neue Möglichkeiten zu entdecken.

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