Wo ist die Sonne? – Am Lake Tekapo und in Queenstown – Tag 19 & 20


Wo ist die Sonne? - Am Lake Tekapo und in Queenstown!
- von Tina

Wo ist die Sonne? - Am Lake Tekapo und in Queenstown

Sportlicher Morgen in Christchurch

Leider schaffte es auch Christchurch nicht, uns mit einem sonnigen Morgen zu überraschen. Wir wachten zu dem üblichen Mix aus grauem Himmel und Nieselregen auf. Also beschlossen wir, vor der Abfahrt endlich mal wieder ein wenig Sport zu machen. Ich suchte uns ein Yoga-Studio mit einer Vormittags-Klasse raus und in letzter Minute schafften wir es zu unserer Yoga-Stunde im Apollo Power Yoga.

Wahrscheinlich hätte uns der Name vorwarnen sollen, denn dies war nicht die übliche Yoga-Session mit einem Mix aus ca. 75% Sport und 25% Entspannung wie wir sie aus Colombo kannten. Nein, weit gefehlt. In einem armeemäßigen Befehlston peitschte uns die Trainerin von Up-Dog zu Down-Dog und zu allerlei mehr. Und das bei molligen 30 Grad auf die das Studio (absichtlich) aufgeheizt war. 

Wir kamen also ordentlich ins Schwitzen und waren am Ende einfach völlig durch statt völlig entspannt. Nichtsdestotrotz hat der Sport uns ordentlich Spannung genommen. Denn wir sind ehrlich: Natürlich haben wir uns während eines dreiwöchigen Urlaubs mit 24/7 Aufeinanderhocken auf kleinstem Raum auch das ein oder andere Mal angezickt. Insbesondere die fiesen Regentage zerrten ordentlich an den Nerven. Der Sport hat uns sehr geholfen, etwas Dampf abzulassen und vermutlich hätten wir das regelmäßiger einbauen sollen. Lesson learned.

Reißen die Wolken endlich auf?

Bezaubernder Lake Tekapo

Nach dem Sport nahmen wir uns noch ein, zwei Stündchen zum Arbeiten und einem erneuten Mittagessen in der Little High Eatery. Dieses Mal waren wir vom Essen aber eher enttäuscht, vermutlich waren unsere Ansprüche nach den tollen Burgern einfach zu hoch. Danach aber sollte es endlich weitergehen auf der Suche nach der Sonne. 

Auf der Fahrt schon haben sich die ersten blauen Streifen am Himmel gezeigt, wo das ewige Grau endlich einmal aufriss. Und so stieg die Spannung auf der gut dreistündigen Fahrt zum Lake Tekapo. Und als wir ankamen, sollten wir nicht enttäuscht werden.

Bezaubernder Lake Tekapo

Der Lake Tekapo ist ein ehemaliger Gletschersee, der aus den umliefgenden Bergen mit Schmelzwasser gespeist wird. Er ist vor allem auf Grund seiner unglaublich schönen türkisen Farbe und der tollen Berglandschaft ringsherum bekannt. Auch hatten wir gehört, dass lilane Felder von Lupinen ganz besondere Fotomotive liefern sollten.

Als wir endlich ankamen, waren wir überglücklich, endlich die Sonne wieder zu sehen. Die Wolken rissen pünktlich mit unserem Eintreffen am See auf, es hätte kein besseres Timing geben können. Wir nutzten das lang ersehnte Wetter erst einmal für einen ausgiebigen Fotoshoot. 

Danach fing das große Suchen nach einem Schlafplatz an. Denn nicht nur wir sind auf die tolle Idee gekommen, am Lake Tekapo nach gutem Wetter zu suchen. Während des Fotografierens fuhr ein Camper nach dem anderen an uns vorbei und Martin wurde schon langsam nervös. Dies verstärkte sich, als ein Campingplatz direkt am See uns mitteilte, absolut nicht mehr den kleinsten Zentimeter an freier Stellfläche zu haben.

Spaziergang am Lake Tekapo
Freedom Camping am Lake Tekapo

Hier kam unser Self Contained Zertifikat ins Spiel. Denn eine kurze Google Suche ergab, dass der Mackenzie District, in dem der Lake Tekapo sich befindet, noch sehr tolerant mit Freedom Camping umgeht. Grundsätzlich darf man als Self Container certified Vehicle überall campen, solange es 20 Meter vom Seeufer entfernt oder nicht explizit verboten ist.

Freedom Camping unterm Sternenhimmel

Wir fanden also einen tollen Parkplatz mit direktem Blick über den See und da wir die ersten Camper waren, die auf die Idee kamen, dort zu parken, hatten wir auch einen tollen Stellplatz am Rand. Nach uns folgten noch circa sechs andere Fahrzeuge, aber insgesamt war es überhaupt nicht überlaufen und wir konnten ein tolles Freedom Camping genießen. Da es so wenige Leute waren, haben wir sogar den Vorhang unseres Hinterfensters offen gelassen, um die Sterne sehen zu können, wenn wir aufwachen.

Und das hat sich absolut gelohnt! Als ich einmal nachts aufwachte, hatte ich direkten Blick auf die Milchstraße, es war einfach unglaublich. Leider war es auch unglaublich kalt, sodass ich mich nicht motivieren konnte, aufzustehen und Fotos zu machen. Die Region um den Lake Tekapo ist übrigens weltweit unter Sternenfreunden wegen ihrer sehr geringen Lichtverschmutzung bekannt, deshalb auch der tolle Blick auf die Sterne. 

Am nächsten Morgen wachten wir ausnahmsweise einmal mit dem Wecker auf. Denn ich hatte voller Hoffnung, die Gletscher doch noch sehen zu können, einen Helikopterrundflug zu diesen gebucht. Dies war aus der Verzweiflung der Dauerregens geboren und weil der Flug für uns beide schon mega-teuer gewesen wäre, schwankte ich zwischen Vorfreude darauf und dem heimlichen Wunsch, er möge doch ausfallen und wir sparen das Geld.

Campen am Lake Tekapo

Wie es das Schicksal so wollte, fand der Flug leider nicht statt. Etwas enttäuscht überlegten wir uns beim Frühstück neue Optionen und hatten die Idee, noch etwas am See reiten zu gehen. In Irland waren wir einmal in toller Landschaft reiten und haben uns dort vorgenommen, dies auf jeden Fall wieder zu machen. Leider war auch das Reiten ausgebucht, so machten wir uns also auf Richtung Queenstown.

Minigolf und Wild Earth Wine Estate

Kawaras Gorge

Lunch bei Wild Earth

Unterwegs hatten wir ein absolutes Traumwetter und die Fahrt ging wie von selbst. Auf dem Weg zog uns eine riesige Pfirsich-Statue absolut in ihren Bann 😉 und so entschieden wir uns, im anscheinend eher unbedeutenden Ort Cromwell einen Stopp einzulegen. Die ganze Zeit schon wollten wir eine Partie Minigolf spielen und hier bot sich dies endlich an.

Mit unserem Glück hatten wir aber den langweiligsten Minigolfplatz aller Zeiten erwischt und brachen unsere Partie auch wegen eines drohenden Sonnenbrandes nach ungefähr der Hälfte ab. Der Fairness halber muss ich aber sagen, dass Martin auf einem sehr guten Weg war, das Match haushoch zu gewinnen.

Zum Mittag fanden wir dann aber ein absolutes Schmuckstück in der Kawaras Gorge: Die Wild Earth Winery ist inmitten der Schlucht mit dem tiefblauen Fluss gelegen und dort werden neben guten Weinen auch allerhand Leckereien angeboten. Martin hatte einen sehr guten Reh-Burger und dazu eine Weinprobe. Da ich noch fahren musste, konnte ich an den Weinen nur schnuppern, aber eine Flasche Pinot Gris haben wir für später dann noch mitgenommen.

Schöner Abend in Queenstown

In Queenstown kehrten wir dann an einem der wohl best organisiertesten Campingplätzen Neuseelands ein. Der Queenstown Lakeview Holiday Park hat 300 (!) Stellplätze und noch einmal knapp 50 Betten. Dementsprechend war die Atmosphäre. Zwar war alles picobello sauber und top gepflegt (Hut ab bei so vielen Campern), aber es war alles überaus unpersönlich und straff organisiert. Dazu kam, dass die Stellplätze so eng aneinander waren, dass man wirklich jedes Wort der Nachbarn gehört hat. Und unsere Nachbarn waren allesamt junge Deutsche.

Sonnenuntergang in Queenstown
Party in Queenstown

Überhaupt haben wir gefühlt den Altersdurchschnitt doch eher hochgezogen. Queenstown scheint DER Treffpunkt für junge feierwütige Backpacker zu sein. Dementsprechend locker war aber auch die Atmosphäre in der Stadt und wir haben einen sehr schönen Abend verbracht. Angefangen mit einem tollen Sonnenuntergang über dem See und abgerundet mit einigen Drinks in ein paar netten Bars haben wir es mal wieder sehr genossen, dem typischen Abend im Campervan zu entfliehen.

  • Freedom Camping am Lake Tekapo; Queenstown Lakeview Holiday Park
  • viele Fitnessstudios in Neuseeland nutzen die App "Mindbody" - dort findet ihr alle Angebote und Zeiten für Sportklassen in eurer Nähe. Wir empfehlen jedem, der lange im Camper unterwegs ist, zwischendrin mal mit Sport Dampf abzulassen 🙂
  • Reflections Café and Restaurant ($$$) - okay Frühstück mit Blick über den See; Wild Earth Kitchen ($$$) - sehr leckerer und schöner Mittagessenstopp auf dem Weg nach Queenstown; in der Innenstadt von Queenstown muss man sich einfach nur treiben lassen, die Auswahl ist echt groß 
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Tina

Reisefan, Möchtegern-Travelhacker und seit neun Jahren Expat in verschiedenen asiatischen Ländern. Ein dauerhaftes Leben in Deutschland kann ich mir momentan gar nicht mehr vorstellen, aber es wäre gelogen, zu sagen, dass mir Döner und Currywurst nicht fehlen. Der große Schritt, die Festanstellung hinter mir zu lassen und mich vollends ins digitale Nomadentum zu stürzen, steht mir noch bevor, daher freue ich mich, gemeinsam mit unseren Lesern neue Möglichkeiten zu entdecken.

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